Freitag, 7. Dezember 2012

Erinnerungen an Hofrat (ohne Hof) C.: Bundesministerium für F.


Erinnerungen an einen großen Lehrer: Hofrat JOKER Abteilung Bundeshaushalt BMF Wien
6. Dezember 2002 bis 6. Dezember 2012

Heute vor 10 Jahren ist Hofrat Joker angeblich bei einem Vortrag vor Finanzbediensteten in Linz zusammen gebrochen.

Er fiel ins Koma, musste monatelang im Krankenhaus verbringen, konnte sich nach seinem Krankenhausaufenthalt an nichts mehr erinnern und musste pensioniert werden.

Hofrat Joker war nicht irgendeiner. Er – ein gebürtiger Burgenländer – war seit dem Jahre 1966 im Bundesministerium für Finanzen in Wien beschäftigt.

Hofrat Joker war ein Vertreter jenes aufrechten, korrekten Beamtentyps, der Österreich aus den Trümmern des zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut hat.

Sehr klar habe ich die Vorträge von Hofrat Joker vom März 2002 an der Verwaltungsakademie des Bundes in Wien-Mauerbach in Erinnerung.

Da referierte der Hofrat aus dem BM für Finanzen drei Tage zum Thema „Das automatisierte System der Haushaltsverrechnung“

Hofrat Joker hatte einen sehr guten, anschaulichen Vortragsstil. Ewig in Erinnerung habe ich seine Zeichnungen auf dem „Flip-Chart“: Soll-Haben-T-Konten: Vom Bundesvoranschlag bis zum Bundesrechnungsabschluss

Er sagte immer: Wenn die Rechnung nicht auf den Groschen, den Cent stimmt, dann jage ich den Buchhalter, die Buchhalterin aus dem Ministerium oder der nachgeordneten Dienststelle mit dem nassen Fetzen durch die Republik.

Hofrat Joker war übergenau, er hatte jedes Konto nicht nur der Bundesministerien und Obersten Organe, im Kopf sondern auch den Kontostand (Phasenbuchhaltung) jedes einzelnen Kontos aller nachgeordneten Dienststellen der Bundesministerien der Republik Österreich.

Sie können sich vorstellen, dass man auf dem Weg zum „Epitarsis-Modellstaat“ solche Leute beseitigen muss ebenso wie die zuständigen Prokuristen der Bundeskonten, zuständig für den Zahlungsverkehr der Republik Österreich.

Bundesfinanzminister schauen bei diesem Spiel über Jahre zu oder vielleicht durchschauen sie gar nicht was hier abgeht zu Ungunsten der Finanzen der Republik Österreich.

Aber nun zurück zu Hofrat Joker und was ich bei ihm gelernt habe.

Im Gegensatz zum Nachrichtentechniker und Geheimdienstmitarbeiter an der Spitze des SAP-Betriebes im Bundesrechenzentrum Wien habe ich eine Ausbildung in Buchhaltung, Rechnungswesen und SAP absolviert.

Daher habe ich mich über Fortbildungen bei Hofrat Joker immer sehr gefreut.

Bereits am 30. November 2001 durfte ich einem langen Vortrag von Hofrat Joker zum Thema

„Das Haushalts- und Rechnungswesen der Öffentlichen Verwaltung in Österreich“ lauschen.

Da lernte ich viel über den Budgetkreislauf:

1. Bundesvoranschlag (Bundesfinanzgesetz inkl. Teilhefte)

2. Mittelzuteilung – Jahresvoranschlag, Monatsvoranschlag

3. Mittelverwendung – Steuerung: Buchführung „Umschichtung“ zwischen den Voranschlagsposten

Da lernte ich viel über die österreichische Bundeshaushaltsverrechnung und das Bundeshaushaltsgesetz, die Doppik und die Phasenbuchhaltung (früher Kameralistik)

1. Hauptverrechnungskreise: VWV, BEW

2. Nebenverrechnungskreise: PE-Konten, Kostenrechnung, externe Bestandrechnung

3. Zahlungsverkehr: Inland, Zahlungsverkehr Ausland

4. Rechnungslegung: Monats- und Jahresabschluss

5. Bundeskontenplan

Bei der Umstellung vom alten Budgetverrechnungssystem BVI auf SAP in den Jahren 2000 bis 2004 hatte man ja gute Gelegenheit, diverse „Beträge“ in Richtung einer orientalischen Buchhaltung zu frisieren oder zu erhöhen. So waren zum Beispiel die Landeshauptmann (-und landeshaupt-frau) gehälter immer in vierfacher Höhe auf den Konten der SAP-Systeme der Bundeshaushaltverrechnung gelandet. Keiner wusste der nachfragenden Beamtin aus dem Bundeskanzleramt zu erklären, warum!

Hofrat Joker traf ich übrigens nach seiner Pensionierung noch einmal in der Kantine des Bundesrechenzentrums in der Hinteren Zollamtstraße 4 in Wien. Er versuchte krampfhaft, sich an mich und meinen Namen zu erinnern. (Immerhin war ich ja sogar mit anderen Beamtinnen im Auto von Mauer nach Wien mit ihm mitgefahren, wo wir lustige Plauscherl hatten) Ich solle alle in der Abteilung schön grüßen lassen. Warum die MitarbeiterInnen in der Abteilung Bundeshaushalt im BRZ keine Freude mit diesen schönen Grüßen hatten, sollte ich erst viel später erfahren.

Im Juni 2004 hatte ich nochmals Gelegenheit mit Hofrat Joker zu sprechen.

Wir feierten in den Wiener Twin-Towers in Favoriten den Abschluss des Groß-Projekts „Umstellung der Bundeshaushaltsverrechnung auf SAP“

Unter Tränen erzählte mir Hofrat Joker von seiner Erkrankung, vom Tod seiner Mutter und wie ihn Staatssekretär Finz (BMF), der bei ihm als Buchhalter anfing und während seiner „Tätigkeit“ im Rechnungshof das Jus-Studium absolvierte, auf einer Serviette aus dem Bundesministerium für Finanzen verabschiedete: DANKE FÜR ALLES STEFAN!

Finanzminister Karl-Heinz Grasser, geboren 1969, hätte ihm, dem Hofrat aus dem Finanzministerium (daselbst beschäftigt seit dem Jahre 1966) mit einem Disziplinarverfahren gedroht. Aber dann hat man mit der Erkrankung und der Amnesie eine andere Lösung gefunden, den peniblen, überkorrekten Hofrat (von vielen Beamten auch als Gedächtnis/Gehirn der Republik bezeichnet) im Finanzministerium für immer loszuwerden.

Jetzt verstehen Sie vielleicht besser werte Leserschaft, warum ausgerechnet der vorgesetzte Sektionschef Doktor W. in der Pflegschaftsabteilung des Bezirksgerichtes Wien-Liesing anrief, um bei Richterin und Gutachter meine Geschäftsunfähigkeit elf Jahre rückwirkend (besonders für Mai 2005 und März 2007) zu bestellen.

Gerade angesichts der neuen „Skandale“ rund um verzockte 340 Millionen Euro aus dem Budget des Bundeslandes Salzburg würden wir solche Beamte, die so korrekt sind wie Hofrat Joker dringendst brauchen.

Hofrat Joker hat einen Bundesbuchhalter, eine Bundesbuchhalterin wegen ein paar falsch verbuchter Schillinge durch die Republik gejagt! Unter seiner Ägide wäre es nie so weit gekommen, dass ein Buchhalter aus der Buchhaltungsagentur des Bundes (gegründet im Jahre 2005) Millionen aus dem Budget des Arbeitsmarktservice veruntreut.

Gerade die Gründung der Buchhaltungsagentur im Jahre 2005 (Zusammenfassung von 69 Insellösungen der Bundesbuchhaltung in einer Tochtergesellschaft der Republik Österreich) war die beste Gelegenheit, bei Migrationen Budget-Daten zu frisieren und manipulieren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Jetzt verstehen Sie vielleicht auch, warum solche Leute wie Hofrat Joker und Regierungsrat S. (Zahlungsverkehr Bundesministerium für Finanzen) unbedingt vor dem April 2004 „weg“ mussten. Im April 2004 startete nämlich die Bundesbuchhaltungsagentur schon mit dem Teilbetrieb in Wien-Dresdner Straße!

Achtung: Die Bundesfinanzminister der Republik Österreich haben mit der Bundeshaushaltsverrechnung, der Bundesbuchhaltung nichts zu tun. Sie haben auch keine Verantwortung für das Budget, den Bundesvoranschlag oder den Bundesrechnungsabschluss!

Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung, auch für die Verstorbenen!

Anmerkung: Die Namen wurde aus rechtlichen Gründen geändert und alle Personen sind natürlich frei erfunden und Ausfluss einer paranoiden Gedankenwelt der Autorin dieses blogs, einer ehemaligen Bundesbediensteten! (Diagnose: ICD 10 F 25 gerichtlich beglaubigt Landesgericht für Zivilrechtssachen, Verfahren derzeit beim Obersten Gerichtshof der Republik anhängig)

Besonders traurig finde ich dass diese veruntreuten Bundes- und Landesgelder aus Österreichs Steuertöpfen vermutlich in den verschiedenen "warchests" dieser Welt gelandet sind – diese verdammten OT-Kurse, wenn die nicht so teuer wären.
Das Geld wird verwendet, um GegnerInnen zu vernichten. Das ist doppelt skandalös aus meiner Sicht.

Postskriptum: Am 13. April 2012 ist auch DI R. (laut Kurier) gestorben, der der Projektleiter des Projekts „Personalmanagement für Österreichs Beamte und Beamtinnen auf SAP“ war. Für mich besteht Informationsverbot wie schon am 11. November 2003 im BMF – das scheint in Bezug auf Presse- und Meinungsfreiheit in Österreich ein Rückschritt hinter das Jahr 1848 zu sein!

joker-witze: Frage: Warum Beamte so große Probleme mit Taschentüchern? Antwort: Weil da immer TEMPO drauf steht.









1 Kommentar:

  1. Das, was Du von diesen Menschen an Deiner Arbeitsstelle in Brz Wien schreibst, die von heute auf Morgen nach 30 Jahren vernichtet wurden, das ist das, was Mitarbeiter bei der IBM Deutschland in 1996 erfahren haben, denn da habe ich zum Schluss gearbeitet bzw. 1999-2001. Danach wurde die IBM verkauft. Das waren die alten Hasen, die den Laden zu dem gemacht hatten, was er war. Erste Sahne im Vertrieb. Doch darüber sind diese Menschen zerbrochen und in der Mittagsstunde konnte ich sie 50 mtr. entfernt von der IBM in einer Gaststätte mit Mittagstisch dann an der Theke sehen, wo sie schon gegen 12 Uhr am Bier trinken waren. Für diese Menschen war die IBM ihr Leben und die Kündigung ihr Tod.

    Sag mal, die SAP, das ist doch die Computerfirma.

    Du weißt aber, dass die SAP in Deutschland zur Scientology in Baden Württhemberg gehört? Die habe ich vor vielen Jahren einmal kennen lernen dürfen und durch einen dort arbeitenden Mitarbeiter kam das raus. IBM ist auch nicht anders als SAP! Brichst Du die Struktur und lebst Du nicht das geschlossene System bzw. gibst Dinge nach außen, dann KANNST DU DICH WARM ANZIEHEN!

    Die IBM ist jedenfalls eine Welt für sich, in der man den Bezug zur realen Welt verlieren kann, weil sie absolut eigene Regeln hat und natürlich durch die Computer und SW mit der Welt vernetzt ist und überall in den Großunternehmen, Banken und der Justiz befindlich ist.

    Ich war zu der Zeit dort, als das Buch IBM und der Holocaust rauskam. Gab sofort eine Interne Mitteilung, wie man sich zu verhalten hat. Ich habe es mir damals gekauft und ich sage Dir, das Buch ist der Hammer. Aber Krieg auch das Thema einer IBM, leider. Wobei die IBM in dem Buch eine Tochtergesellschaft und ein Vorläufermodell der heutigen IBM war. Aber darauf ist sie aufgebaut. Als ich damals die interne Bibel mit Anweisungen gelesen habe, da habe ich gegrinst und gesagt, dass ich irgendwie das Gefühl habe, als hätte ich einen Arbeitsvertrag mit der Scientology geschlossen. Na ja, irgendwie gehören sie schon dazu!

    Liebe Grüße von einem Freund, der aus Deutschland flüchten musste, weil er laut fair game 67 all seiner Güter beraubt und für vogelfrei erklärt worden ist!

    24. August 2013 00:28
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