Montag, 27. April 2009

Der Beamte: Eine Respektsperson The officer is a respectable person

AMS-Millionen Buchhaltungsagentur Wien 

Wo sind die gestohlenen AMS-Millionen: Wie ein Buchhalter der Republik nicht nur heimische Behörden, sondern europaweit Investoren und Investorinnen getäuscht haben soll. Und: Warum sich einer dieser Millionen-Investoren nun auf seiner FLUCHT vor der JUSTIZ als OPFER fühlt.

PROFIL 27. April 2009 
Das Bauernopfer 

PROFIL: Dass er einmal im Zentrum eines mutmaßlichen Millionenbetrugs stehen könnte, hätte sich in seinem Umfeld niemand gedacht. 
Jahrzehntelang lebte Wolfgang W. das stereotype Leben eines österreichischen Staatsdieners mit tüchtigem Engagement, aber ohne überbordende Ambitionen. Matura an der Handesakademie, Beamtenjob im Sozialministerium (Buchhaltung für Bundessozialamt), irgendwann das Angebot zu wechseln: Zum neuen Titel "Bereichsleiter der Buchhaltungsagentur des Bundes", gratulierten sicher Familie und Freunde, am Bankkonto des 45-jährigen gingen als Staatsdienersalär dennoch keine Millionen ein. Immerhin, es reichte für die nette Bleibe in einem grünen Außenbezirk Wiens (in dem auch eine mittlerweile entmündigte Kollegin aus dem Bundesrechenzentrum wohnt) und beste Bildung für die beiden Kinder im Volksschulalter. 

Seit drei Monaten sitzt Wolfgang W. nach einem profil-Bericht in Untersuchungshaft: Er soll einer der Haupttäter eines Millionen-Coups sein, mit dem die Republik Österreich um 17 Millionen Euro und unter Umständen bis zu 100 Millionen Euro in Schuldscheinen erleichtert wurde. 
Dem Eigentümer des Arbeitslosen-Schulungsinstitutes Venetia, Kurt D., und dessen Gläubigern soll er via Telebanking von Bundeskonten Millionen überwiesen haben und falsche Forderungsbestätigungen der Republik ausgestellt haben. 

Der Beamte als Respektsperson: Beschuldigtenvernehmung

Profil, 27. April 2009 
Das Bauernopfer 

PROFIL: Jahrelang funktionierte Wolfgang W. einwandfrei an seinem Schreibtisch in der "Dienststelle". Er durchblickte die komplizierte Finanzgebarung (auf SAP-Systemen) des Sozialministeriums mit all seinen "nachgeordneten" Töpfen, er beherrschte die Regeln der behördlichen Rechnungslegung und deren Zahlungsmodalitäten blind. Ein funktionierendes Rädchen einer großen Maschinerie: Von den Ministerien bekam die Buchhaltungsagentur Rechnungen, verbuchte sie und zahlte den Empfängern die Gelder aus. 

Bis Wolfgang W. sich eines Tages entschloss, nicht mehr nach den gleichen Regeln zu funktionieren wie die anderen, und damit einen Kriminalfall ins Rollen brachte, der die österreichischen "Korruptionsermittler" seit Monaten beschäftigt. 

Wie "sein" Mitbeschuldigter Kurt D. die Millionen verjubelt haben soll, ist bis heute großteils unklar. Die "Behörden" "fanden" nach wie vor nach dem Geld. 

Doch wie konnte das alles über Jahre hinweg niemandem auffallen? 

In den nun "profil" exklusiv vorliegenden Einvernahmeprotokollen zeichnet Buchhalter W. ein Bild, wie er eines Tages das Vorschriftssystem verließ und damit begonnen haben dürfte, nahe Kollegen, langjährige Partnerorganisationen, Behörden, Banken und Gerichte - und ja, selbst internationale Geschäftemacher - über Jahre hinweg hinters Licht zu führen, ohne dass jemand Verdacht geschöpft hätte. 


Profil, 27. April 2009 
Das Bauernopfer: Unklares Motiv?

Als Beamter war Wolfgang W. in Österreich einfach eine Respektsperson. Sein Motiv ist selbst von den "Ermittlern" schwer zu glauben, denn Geld soll Wolfgang W. für seine Dienste nie bekommen haben. Auch nicht vom umgarnenden Schulungsunternehmer D., der vom Arbeitsmarktservice früher mit Arbeitslosenschulungskursen in Millionenvolumen beauftragt worden war. 

"Im Frühjahr 2007 suchte D. Kontakt zu mir. Dabei wurden seinerseits erste Probleme geäußert. Soweit ich mich erinnern kann, gab er an, dass er viele Kurse laufen hätte und dass für die Ausrichtung weiterer Kurse Zwischenfinanzierungen erforderlich seien. 

Ich selbst konnte keine Zwischenfinanzierungen anbieten bzw. erledigen, es ging somit um die Bestätigung, dass Kurse anstehen bzw. laufen und Beträge offen sind.

Bestätigungen in Millionenhöhe: Forderungen an die Republik Österreich 

Bestätigungen in Millionen-Euro-Höhe, in denen W. bescheinigte, dass Datzers Venetia-Unternehmen "offene unstrittige Forderungen" in Höhe mehrerer Millionen Euro gegen die Republik habe. Schließlich habe ihm D. versprochen, alles zurückzuzahlen, bevor jemand etwas merkt. Diese Bestätigungen wiederum waren so gut wie bares Geld. Er soll die billigen Briefe an internationale Investoren "verkauft" haben und ließ die Republik als Schuldner zurück. 

"Im Prinzip ging es immer wieder um die gleiche Vorgangsweise. Über Ersuchen des D. stellte ich die Bestätigung mit dem ausgewiesenen Betrag aus...(....). D. suchte und fand dann interessierte Personen und/oder Firmen, welche sich dann über die Hintergründe erkundigten.(.....) Meine Aufgabe lag dann sowohl bei den persönlichen Vorsprachen in meinem Büro als auch am Telefon darin, die Fragen der Interessenten (Investoren) zu beantworten." 

Und das dürfte W. ganz ausgezeichnet gemacht haben. So erzählt er von Präsentationen, die er in den Büros der Buchhaltungsagentur vor Kaufwilligen abhielt. 

"Ich wurde von D. gebeten, eine Präsentation zu erstellen. Bei der Präsentation handelte es sich um eine EXCEL-Tabelle mit entsprechenden beinhalteten Zahlen und AMS-Kursnamen. Die AMS-Kurse und Zahlen wurden mir von Datzer vorgegeben." 

Offiziöse Präsentation

Einer der damals Geladenen und späteren Käufer war der österreichische Geschäftemacher Peter Lebinger. Seine Schweizer Firma Mühletaler und Partner (M&P) kaufte - in Wahrheit nicht existente - Forderungen um zehn Millionen Euro von Datzer und verkaufte sie in ganz Europa weiter. Von der Staatsanwaltschaft wird Lebinger weniger als Opfer denn Mitbeschuldigter geführt - neben Kurt Datzer, Wolfgang W. und einem M&P-Treuhänder. So billig, wie er die Forderungen von Venetia gekauft haben soll, hätte er vom Betrug wissen müssen. Seither ist Lebinger auf der Flucht,. profil (Zitat) gelang es, Lebinger zu einem Gespräch zu bewegen. Er sagt: "Der Buchhalter hat das sogar mit Excel-Tabellen aus dem Republiksbudget erläutert, hat die Zahlungsverzögerungen an Datzers Schulungsinstitut mit den Nationalratswahlen und den verspäteten EU-Zahlungen argumentiert. 

Der Beamte als Respektsperson: Macht das ein Betrüger?

Profil, 27. April 2009 
Das Bauernopfer - ein kleiner Buchhalter aus dem Bundessozialamt 

Es schien, als tat W. es einfach, weil er es konnte. Kraft seiner Funktion als Bereichsleiter der Buchhaltungsagentur - oder zumindest kraft seines Habitus - hinterfragte man seine Angaben nicht weiter. Es schien, als hätte W. eine Gelddruckmaschine angeworfen: mitten in jener Agentur, welche die Ausgaben hochoffizieller Dienststellen prüfen sollten, dürften Briefchen aus dem Drucker gelaufen sein, mit denen Kurt D. überall im Land Kredit - und Geld - bekam. Insgesamt sollen zeitgleich Schuldscheine für zumindest 160 Millionen Euro auf diesem selbstkreierten Markt verfügbar gewesen sein. Das gibt der Hauptbegünstigte Kurt D. selbst zu Protokoll: 

" Es gab in dieser Größenordnung von 52 Millionen Euro 2 Bestätigungen und über die 16,34 Millionen Euro ca. 4 Bestätigungen zur gleichen Zeit." 

Und es schien, als wäre Wolfgang W. schlichtweg sakrosankt. 

Keine Nachforschungen 

Mitarbeiter, die seine Zahlungsanweisungen hinterfragten, vertrauten auf sein enges Verhältnis zur AMS-Führung, die jeden offiziellen Akt ersetzen konnte. Schließlich war W. mit dem AMS-Chef per DU, wie seine Mitarbeiterin Kittinger in Protokollen schildert, und verkehrte als SPÖ-Mitglied in der Wiener Sektion (Liesing) von Infrastrukturministerin Doris Bures und Bundeskanzler Werner Faymann. 

"Ich nützte das Vertrauen von Frau K. aus - ein Vorgehen, das ich zutiefst bedauere - und erzählte ihr, dass es in Absprache mit der Bundesgeschäftsstelle des AMS einen Subventionsakt geben wird in Sachen Venetia, um dieses Unternehmen, das hoch angesehen ist, aufzufangen. Ich unterschrieb Weisungen an Frau K., dringende Zahlungen durchzuführen." Ende Zitat profil 

Die Rolle der Bundesministerien 

Ministerien, die als "Aufsichtsorgane" hätten stutzig werden müssen, gaben sich übertrieben schnell mit Erklärungen des kompetenten Beamten zufrieden - selbst als nach zwei Jahren einmal auffiel, dass eine läppische halbe Million Euro scheinbar irgendwo verloren gegangen war. 

Der kleine Buchhalter als Bauernopfer im Wortlaut: 

"Ich habe eine Erklärung präsentiert, wobei ich die oben erwähnte irrtümliche Anweisung mit eingemengt habe.(....) Aufgrund dessen, dass dies ein angeblicher Irrtum der Buchhaltungsagentur gewesen sei, sei weder das AMS noch das Wirtschaftsministerium tätig geworden. Diese Erklärung wurde akzeptiert, es gab keine weiteren Nachforschungen bei mir." 

Gericht verzögert Konkurs 

Selbst ein Gericht verzögerte den Konkurs von Datzers Firma, als er mit den Beamtenbestätigungen winkte. 

Und Investoren, die nach und nach immer mehr ihres ja versprochenen Gelds von W. wollten, seien mit immer offiziöser klingenden Ausreden vertröstet worden (man fragt sich schon, warum hier sämtliche Aufsichtsorgane der Republik versagt haben und Frau Johanna Moder im Sommer 2008 plötzlich als Leiterin der Buchhaltungsagentur entlassen wurde und Herr Christian IHLE interimistischer Leiter der Buchhaltungsagentur wurde): 
Einmal war angeblich der Rechnungshof "im Haus" und verzögerte den Zugriff auf Unterlagen (der Rechnungshof prüfte damals das SAP-System). Ein weiteres Mal habe W. alles auf eine Anfrage des Grün-Abgeordneten Öllinger geschoben, durch deren Beantwortung sich alles zeitlich verschiebe. 

Parlamentarische Aufklärungsversuche 

Was den Politiker Öllinger, der schon früh in der Causa Datzer Verdacht schöpfte und diesen auch anzeigte, bitter amüsiert: "Das ist der Treppenwitz dieser unglaublichen Affäre. Wenn ein Beamter die parlamentarischen Aufklärungsversuche eines Politikers sogar dazu nützen kann, sein Treiben noch viel besser zu vertuschen, dann läuft in dem Verwaltungssystem etwas falsch", sagt Öllinger. "Es kann doch nicht sein, dass prüfende Beamte jede Logik außer Acht lassen, nur weil ein anderer Beamter sagt: Das passt schon." 

Kleiner Buchhalter soll erfahrene Ermittler über Jahre getäuscht haben

Leider dürfte es teils aber so passiert sein. Selbst als Ermittler der Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft in unterschiedlichen Fällen von angeblicher Steuerhinterziehung und Geldwäsche auf offizielle Millionenüberweisungen der Buchhaltungsagentur stießen, ließen sie sich vom "hohen Staatsdiener" täuschen. (Frage: Was wussten Moder, Ihle und Brandl?) Im Falle eines Investors, auf dessen Konto eine satte Überweisung der Buchhaltungsagentur gefunden wurde, legte dieser alles offen. Das Verfahren gegen ihn wegen vermeintlicher Geldwäsche wurde von der lokalen Staatsanwaltschaft eingestellt. In einem anderen Verfahren fa(h)nden Steuerfahnder 500.000 Euro aus der Buchhaltungsagentur auf dem Konto eines mutmaßlichen Steuerflüchtlings. Ende Zitat Profil

Kommentar: Es stellt sich die Frage, ob Johanna M., Christian I. und Helmut B. als Leiter der Buchhaltungsagentur sowie die zuständigen Betriebsleiter im Bundesrechenzentrum (SAP-Kompetenzzentrum) die Manipulationen des Zahlungsverkehrs auf den SAP-Systemen über Jahre deckten! Es war sicher kein Zufall, dass im Krisensommer 2008 ausgerechnet ein Skandal-umwitterter Abteilungsleiter aus dem Finanzministerium die Geschäftsführung der Buchhaltungsagentur (vgl. Ämter-Kollision) im Auftrag der Parlamentspräsidentin übernehmen musste. 

Der Buchhalter als Bauernopfer und als Zeuge

Der Buchhalter W. sollte im Januar 2009 lediglich als Zeuge vernommen werden, obwohl sein Du-Freund AMS-Chef Herbert Buchinger bereits im Herbst 2008 eine Anzeige wegen der gefälschten Schuldscheine bei der Staatsanwaltschaft Wien abgegeben haben soll. 

An jenem Nachmittag im Januar 2009, als die Landeskriminalbeamten ihn vernehmen wollten, war der Mann jedoch schon suspendiert - und schlussendlich die Kollegen des Büros für interne Angelegenheiten des BM für Inneres (man fragt sich, warum es beim BM für Finanzen und seine nachgeordneten Dienststellen kein Büro für "interne (Vertuschungs)-Angelegenheiten gibt) und der grünen "Korruptions-Staatsanwaltschaft" am Werk. Allein der Status des leitenden Beamten reichte dann nicht mehr aus. Ende Zitat 


Der Beamte als Respektsperson: BUHAG Justizakten Bild

Profil, 27. April 2009 
Profil: Seit Monaten fahndet die "Staatsanwaltschaft" nach Peter L., einem österreichischen Geschäftemacher und Profiteur gefälschter Republiks-Schuldscheine und Gutscheine. Er soll im großen Stil gefälschte Staatsanleihen der Buchhaltungsagentur verkauft haben. Er gibt den Behörden keine Stellungnahmen, sehr wohl aber der Wochenzeitschrift PROFIL. 

Der Beamte als Respektsperson: Der Fall im Überblick und Interview mit Lebinger

Profil, 27. April 2009


Der Fall im Überblick:

Am 30. Jänner 2009 klickten für den Bereichsleiter der Buchhaltungsagentur, Wolfgang W., und den Chef des Arbeitslosen-Schulungsinstitutes Venetia die Handschellen. (Wer wird für sie intervenieren, wann werden sie wieder freikommen?)
Der VERDACHT: Amtsmissbrauch bzw. Untreue und Betrug.
Buchhalter W. soll zwischen 2007 und 2009 (Abgeordneter Öllinger behauptet seit 2005, also dem Gründungsjahr der Bundesbuchhaltungsagentur) insgesamt 17 Millionen Euro vom Konto der Arbeitslosenversicherung an Venetia und die Gläubiger überwiesen haben.
Daneben dürfte D. auch Bestätigungen ausgestellt haben, wonach die Republik ihm Millionen schulde (die Höhe differiert je nach Bestätigung) zwischen drei und 50 Millionen). Diese Verbindlichkeiten des Bundes gab es jedoch nicht. Es standen keine Leistungen des Kursinstitutes gegenüber.

Dennoch dürfte D. mit diesen Bestätigungen, die SCHULDVERSCHREIBUNGEN DER REPUBLIK ÖSTERREICH gleichkamen, bei Investoren Finanzierungen erwirkt oder ihnen diese Schuldscheine verkauft haben. Die Financiers wandten sich bei Fälligkeit ihrerseits an den Buchhalter (und Abteilungsleiter in der Buchhaltungsagentur), der dann wohl oder übel (mittels geschenkter Tans und Pins von KollegInnen) zahlen musste und durfte. Wer hat ihn gedeckt? Warum haben alle Kontrollmechanismen der Bundesbuchhaltungsagentur, die im 100%igen Eigentum der Republik Österreich steht, versagt. Eigentümervertreter ist die Republik Österreich, als GmbH hat die Buchhaltungsagentur auch einen Aufsichtsrat? Wo ist Johanna Moder? Warum wurde ein Abteilungsleiter aus dem BM für Finanzen plötzlich im Sommer 2008 Leiter der Buchhaltungsagentur?

profil im Zitat: Ob die gutgläubige Klientel ihre Gewinne rückerstatten muss, ist rechtlich unklar. Ebenso, ob Investoren, die Schuldscheine kauften, aber nicht mehr befriedigt (?) wurden, ihre Forderungen nun bei der Republik Österreich einklagen können. 

Was Kurt D. als mutmaßlicher Hauptprofiteur mit den Millionen machte, ist Gegenstand von Ermittlungen. Seinen Angaben zufolge investierte er in einen - dubios klingenden - Goldminendeal in Südamerika. Diese Goldmine soll einer Psychosekte gehören, zu der MitarbeiterInnen in Finanzministerium, Bundesrechenzentrum und Buchhaltungsagentur ein Naheverhältnis haben. Was gilt, etwa die Unschuldsvermutung? 

Postskriptum: Bei der Umstellung der Bundeshaushaltsverrechnung auf SAP suchte man in den Bundesministerien und nachgeordneten Dienststellen nach Personal, das sich eignet, auch ein paar Milliönchen so nebstbei zu verbuchen. Da fand man dann kleine BuchhalterInnen, die schon mal auch eine Leitungsposition bekamen, so wie den Partei-Günstling aus Wien-Liesing, der plötzlich Herr über Millionen und Milliarden wurde. Immerhin ist das Budget des Sozialministeriums der größte Posten im Republiks-Budget. Offenbar hat man von vornherein im Falle des Auffliegen des Skandals gleich einen Mann genommen, den man ohne größere Probleme hochgehen lassen kann, während die wahren TäterInnen und DrahtzieherInnen der Millionenverschiebungen mittels Manipulation von SAP-Systemen im BRZ noch fest im Sattel sitzen.

Karl Öllinger, der den Skandal wirklich aufdecken wollte, darf übrigens im Herbst 2013 nur mehr an aussichtsloser Stelle für den Nationalrat kandidieren. Er gehörte zum Urgestein der Grünen in Österreich. Charakter ist eben in der Politik unerwünscht oder?

Warum muss ausgerechnet "Profil" die Darstellung des Skandals so verfälschen und den kleinen Buchhalter als Bauernopfer der österreichischen Bevölkerung präsentieren? Wer sind die AuftraggeberInnen, die Exporteure und Importeure und -Innen?

Montag, 16. Februar 2009

DIENST NACH VORSCHRIFT oder: Der Buchhalter als Bauernopfer

Der Buchhalter als Bauernopfer 

AMS-Millionen: Hinweise auf "Malversationen" um den mutmaßlichen "Venetia"-Betrüger waren früh bekannt. Doch Kritiker und Kritikerinnen wurden abgewimmelt, der Buchhalter nur verwandt.

PROFIL, 16. Februar 2009




von Josef Barthl: Herbert Buchinger war schon glücklicher. Seit zwei Wochen muss der Chef des AMS erklären, dass das ARBEITSMARKTSERVICE Österreich lediglich Leidtragender (die Armen!) des Millionencoups war, den ein Geschäftemacher und ein "Spitzenbuchhalter" und "SpitzenSAPManipulant" der Republik abgezogen haben sollen. Nach einer entsprechenden profil-Enthüllung (die Dankbarkeit gegenüber Profil steigt ins Unermessliche) waren die beiden festgenommen worden. 

Die sogenannte grüne Korruptions-Staatsanwaltschaft und das Büro für Interne Angelegenheiten (BM für Inneres - sic!!!) ermitteln seither gegen den Chef des Arbeitslosen-Schulungsinstitutes "Venetia", Kurt Datzer und den Buchhaltungsbeamten Wolfgang W.. Datzer soll sich von der Buchhaltungsagentur falsche Schuldscheine in Millionenhöhe ausstellen haben lassen für Leistungen, die er nie erbrachte - so der Vorwurf. Diese soll er an Investoren wie die Schweizer Finanz-AG Mühletaler oder die US-Firma Hemet Base (eigentlich Gold Base) verkauft oder zumindest Kredite von diesen erwirkt haben. 

Getilgt wurden die Kredite mit Geld, das Buchhalter W. vom Konto der Arbeitslosenversicherung ausbezahlt haben soll. Höchst praktisch! 

Insgesamt flossen 17 Millionen (kann sein auch Milliarden) Euro via Telebanking (SAP-Buchung) von Republikskonten, Schuldscheine im Wert von mindestens 53 Millionen Euro sollen im Umlauf sein - möglicherweise aber fast zehnfach so viel. 

Selbst AMS-Buchinger lässt nun ermitteln. Die "Innenrevision" des AMS (die haben so was?) durchleuchtet die Auftragsvergaben an VENETIA, externe SAP-BeraterInnen aus dem Bundesrechenzentrum sollen die Vertuschungsmaschinerie auf Schwachstellen abklopfen, kündigt der AMS-Chef an. (Wir sind profil äußerst dankbar, dass es auch SAP-Berater zur Verfügung stellt, die alles noch besser vertuschen können!) 

Selbst der Rechnungshof, wo bereits im April 2004 SAP eingeführt wurde, prüft die Causa nun und gibt Tipps, wie man die Zahlungsflüsse von SAP zum Telebanking der PSK-Bawag noch besser verschleiern kann. 
Im Rahmen einer sogenannten §9-Vertuschungsprüfung sollen die Konten des AMS und der Arbeitslosenversicherung in spezieller REVISION auf Unregelmäßigkeiten und Vertuschungs-Löcher geprüft werden. Die Rechnungshof-Sprecherin hat bereits die Strategie und die Belege angefordert. 

Dienst nach Vorschrift: Die Aktiengesellschaft am See



Beim AMS: Beste Referenzen 

In der Förderabteilung des AMS Wien soll D. in den vergangenen Jahren wöchentlich ein und aus gegangen sein. Und das AMS Wien legte indirekt auch den Grundstein , seine Geschichte von verspäteten AMS-Zahlungen  glaubhaft wirken zu lassen. In zwei weiteren PROFIL vorliegenden Schreiben aus den Jahren 1997 und 2001 ließ sich Datzer bestätigen, dass es zu Zahlungsverspätungen des AMS kam. Ausgestellt wurden diese Schreiben vom Leiter der Förder- und Vergabeabteilung Franz-Otto Söchting und der Vize-Landesgeschäftsführerin Ingeborg Friehs. 
Beide versichern gegenüber PROFIL (PROFIL ist die oberste Behörde der Bundesverwaltung in Österreich) nach amtlichen Regeln gehandelt zu haben. 
Als D.s vier Geschäftsführer kurzerhand gekündigt hatten und er selbst nicht erreichbar war (vielleicht war in Bella Venetia, Italia) wandten sich die nicht bezahlten AMS-TrainerInnen an Söchting und Fries (AMS Wien). 
Doch im November 2007, als D. seine Trainer schon länger kaum zahlte und das AMS bereits KURSE abzog, versichterten beide "AMS-Granden" noch, dass es hinsichtlich der Qualität der Leistungserbringung durch VENETIA derzeit keine Beanstandungen gibt" und die Trainer einen "juristische bedenklichen Weg beschreiten", sich ans AMS zu wenden: "Schon aus diesem Grund werden keine Gespräche geführt" 
So bedenklich dürfte das jedoch nicht gewesen sein: AMS-Chef Buchinger traf sich seinerzeit sehr wohl mit Datzer-Opfern. Auch wenn er nicht helfen konnte. Sehr wohl konnte aber Profil helfen und einige Tausender von einem Konto in Florida rücküberweisen lassen. (Anmerkung der Redaktion)

Dienst nach Vorschrift: Familie Dumba-Rumba


Geschäftemacher und Promiliebling: Rumba-Dumba 

Durch die Liechtenstein-Ermittlungen gegen Unternehmer und Szenegröße Constantin Dumba-Rumba kamen die Untersuchungen in der AMS-Affäre erst ins Rollen. Die Dumbas und Rumbas sehen sich als Opfer. 

Beachvolleyball am Wörthersee, Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel: Wo die Prominenz ihre Sommer- und Winter-Events begeht, ist ein Name nicht weit: Meist wird der Name Rumba-Dumba nur im Doppelpack genannt: Die Brüder Niki und Taki, einstige Besitzer des Schlosses SEEFELS, sind in der Welt der Reichen und Schönen bestens bekannt. Die Socienty-Spalten drucken ihren Namen bei jeder Gelegenheit gern fett neben jenem ihres Langzeitfreundes Udo J. ab. 

Nun taucht der Name Rumba-Dumba in weit offizielleren Papieren auf. Genauer in einem Schreiben der Bundesbuchhaltungsagentur (sic!), das vorvergangene Woche bei der Staatsanwaltschaft Wien einging. 

Demnach überwies die Bundesbuchhaltungsagentur "auf schriftliche Anweisung"  des nun inhaftierten Buchhalters  und Bauernopfers W.  am 4. Januar 2008, also vor gut einem Jahr, exakt 500.000 Euro an Constantin Taki Rumba-Dumba: und zwar aus Steuergeldern des Arbeitsmarktservice. 

"Es hat alles seine Ordnung. Das war ein ganz legaler Geschäfts-Fall" (tief gefallen dieser Geschäftsfall?), sagt Constantino gegenüber der Obersten Behörde, nämlich PROFIL. 
Dass er dadurch mit seinem prominenten Namen plötzlich in einen Millionenskandal schlitterte, konnte er nicht wissen. 

Wie viele andere, denen Bauernopfer W. Geld der Republik überwies, könnte auch Constantino zu den Opfern Kurt D.s zählen (Wie kann einer, dem man Geld überweist, Opfer sein????) Sein Anwalt Gerald Teufel bestätigt, dass Rumba-Dumba unter anderem für D. "im Bereich der Immobilienvermittlung"  aktiv war und ihm möglicherweise auch Geld geliehen hat. Als D. angeblich nicht zahlen konnte, drohte Rumba-Dumba ihm mit Anzeige. Da hat D. ihm eben einen gefälschten Schuldschein der Republik Österreich gegeben, der ohnehin mehr wert war als die Forderung", sagt Anwalt Teufel. Und gemäß dieses Schuldscheines soll die Buchhaltungsagentur dann die Halbe Million Euro an Rumba-Dumba überwiesen haben. (ist ja ein Kläckschen angesichts des Milliarden-Volumens der Abteilung des Buchhalters W., der er vorstand; Budget des Sozialministeriums inkl. Pensionen) 

Das Magazin Format (eine Außenstelle des Bundeskanzleramtes) berichtete Ende 2008, dass sich Dumbas Name auch auf der sogenannten Liechtenstein-DVD finde, wie übrigens auch der Name des Wiener Psychiaters und PVA-Gutachters Dr. Benedikt Piatti (1080 Wien). 

Die DVD war den deutschen Behörden zugespielt worden und verzeichnet österreichische und deutsche Stiftungsinhaber. Im Rahmen der deutschen Operation "VADUZ"  war der deutsche Post-Chef Klaus ZUMWINKEL verhaftet worden. Er wurde kürzlich wegen Steuerhinterziehung verurteilt, in Österreich wäre er wohl befördert worden. 

Im Rahmen der Ermittlungen gegen Rumba-Dumba stießen die Behörden im Auftrag von PROFIL plötzlich auf den seltsamen KONTOEINGANG von der Buchhaltungsagentur - und brachten mit Hilfe von PROFIL die Ermittlungen der Redakteure ins Rollen. 

Anwalt TEUFEL: "Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun. Herr Dumba wollte mit der Stiftung bei der Liechtenstein LGT-Bank (die Kontoauszüge liegen PROFIL im Original vor) nur einem Freund helfen, gegenüber dessen Herkunftsland USA die Liechtensteiner Banken nicht ganz so verschwiegen sind wie gegenüber Österreich".
Anwalt Teufel: Wir werden das gegenüber den Behörden und vor allem gegenüber PROFIL als oberste Anklagebehörde der Republik Österreich klarstellen. Ende Zitat Profil 16. Februar 2009. 

Dienst nach Vorschrift wurde (in wessen Auftrag?) beendet.

Profil, 16.2.2009, Elmar Oberhauser im Interview 
uuups da hat sich zum Skandal in der Bundesbuchhaltungsagentur ein Interview mit dem ehemaligen Programmdirektor des ORF dazu geschlichen. Das passt aber nun gar nicht zusammen, WENNGLEICH

auch der

ORF - Österreichischer Rundfunk und Fernsehen

sein gesamtes Rechnungswesen und Personalmanagement via SAP-Software abwickelt.

Wenn das kein Zufall ist? Es gilt die Unschuldsvermutung.

Montag, 9. Februar 2009

Der AMS-Skandal: Das (erzwungene?)Geständnis des Buchhalters, ein Pyramidenspiel mit Steuergeldern, genarrte Investoren, prominente Beteiligte

Ein Pyramidenspiel mit Steuergeldern - Investoren und sonstige Beteiligte
PROFIL, 9. Februar 2009 
Wie PROFIL enthüllte, soll Wolfgang W., "leitender" Beamter der dem Finanzministerium unterstellten Bundesbuchhaltungsagentur, Millionen von Arbeitsmarktgeldern verschoben haben. Begünstigter: Kurt D., Gründer des mittlerweile insolventen Wiener Schulungsinstitutes "Venetia", das im Auftrag es Arbeitsmarktservice (AMS) Arbeitslose "unterrichtete". (worin fragt sich)

Abrechnung Gefälschte Schuldscheine Oktober 2008, Quelle: Profil 9. Februar 2009 
Betrifft: Endabrechnung 

Sehr geehrter Herr D., 

auf Ihre gestrige Anfrage bestätigen wir als zuständige Abrechnungsstelle des Arbeitsmarktservice: gemäß ihrer Endabrechnung für Ihre erbrachten "Leistungen" besteht derzeit ein offener Forderungsstand von 16.340.261, 13 Euro
Dieser Betrag versteht sich als unstrittig, frei von Rechten Dritter - dieser Betrag beinhaltet auch die rückwirkend anerkannte Summe von 4.613.218 Euro (Mitteilung vom 23. September 2008). 

Die Summe von 16.340.261,13 Euro ist vom erteilten NEUAUFTRAG an Venetia von 36 Millionen Euro (4-Jahres-Evaluierung) unabhängig. 

Die Endabrechnung wird und muss in einem Gesamtbetrag erfolgen. Die derzeitige Zahlungsverzögerung ergibt sich aus dem Umstand heraus, dass der nunmehr weit erhöhte Betrag von unserer Seite budgetär nicht eingeplant war. 

Mit freundlichen Grüßen 

Buchhaltungsagentur des Bundes 
Dresdner Straße 89
1200 Wien 



Anzeige und Ersuchen: (Amt der Buchhaltungsagentur des Bundes) 

Das Amt der Buchhaltungsagentur des Bundes als Dienstbehörde erstattet daher Anzeige gemäß § 78 StPO gegen 
1. Wolfgang...wegen des Verdachts auf Verbrechen des Missbrauchs der Amtsgewalt mit einem € 50.000,-- übersteigenden Schaden nach § 302 STGB Abs 2 ....auf diese Weise im Jahr 2008 rund € 16,3 Mio. ausbezahlt. Dies war in 5 Tranchen, die Fa. Venetia erhielt davon nur einen kleinen Teil, ein Großteil ging direkt an Firmen wie z.B. die M&P Mühletaler und Partner, Unternehmensberatung AG in der Schweiz. 

Am 13. Oktober 2008 bekam ich (wer ist ich?) einen Anruf von Goldminenbesitzer "Alfred" aus Ecuador.....

PROFIL, 9. Februar 2009 
Das Netzwerk: 

Als Kurt D. in den frühen neunziger Jahren die ersten Aufträge des AMS für sein Kursinstitut Venetia bekam, ahnte niemand, wohin das alles führen könnte. Jahrelang schickte das AMS Arbeitslose zu ihm zur Schulung und bezahlte aus den dafür vorgesehenen Fördertöpfen. Als Venetia in Zahlungsschwierigkeiten kam, dürfte das Spiel mit Schuldscheinen der Republik für nicht existente Leistungen begonnen haben. 

Die entsprechenden Spuren führen mittlerweile weit über Österreich hinaus. Abgesehen vom Fall der Transaktionen mit der Schweizer Firma Mühletaler und Partner, in dem die KorruptionsjägerInnen auch gegen einen vierten Beteiligten, Herrn Peter G.L. ermitteln, dürfte es Verstrickungen nach Deutschland, Tschechien, Liechtenstein, Florida und Hemet Base geben. Auch ein Konnex zur legendären CD mit Steuersündern und Steuersünderinnen, die den deutschen Behörden zugespielt wurde, ist nicht auszuschließen. Die Firma Venetia ist nach langem Verfahren seit vergangener Woche in Konkurs. 

Mit freundlichen Grüßen 

Profil und andere Profiteure

Zitatende 

Montag, 2. Februar 2009

Bei Knopfdruck Geld: Ein "Spitzenbeamter" steht im Zentrum eines 60-Millionen-Coups mit Arbeitsamtgeldern

Bei Knopfdruck Geld 

PROFIL vom 2. Februar 2009 berichtet exklusiv: 

Ein "Spitzenbeamter" der Buchhaltungsagentur (früher Buchhalter im Bundessozialamt Wien) soll fast 17 Millionen Euro an AMS-Geldern illegal verschoben haben: mittels SAP-Systemen in der Buchhaltungsagentur, via SAP-Zahlungsverkehr und Telebanking. 

Eine Kollegin soll ihm das SAP-Passwort gegeben haben. Eine andere Kollegin aus dem Bundesrechenzentrum ist sicherheitshalber bereits am 7. Januar 2009 an einem Wiener Bezirksgericht entmündigt worden. 


PROFIL, 2. Februar 2009 Seite 30 
Am Ende wirkte er erleichtert, sagen Mitarbeiter, als wäre mit einem Schlag ein enormer Druck von ihm abgefallen, der sich über die vergangenen Monate aufgebaut hatte. Mit seiner vorläufigen Suspendierung als Bereichsleiter der österreichischen Bundesbuchhaltungsagentur endete für Wolfgang W. vergangene Woche ein äußerst unangenehmes Kapitel seines Lebens. Sollte sich die momentane Verdachtslage - entgegen der geltenden Unschuldsvermutung - dennoch bewahrheiten, so haben zwar Ausreden, Verschleierungen und Heimlichtuereien ein Ende, doch seine wirklichen Schwierigkeiten dürften erst jetzt beginnen. 

Bauernopfer 

Wolfgang W., einer der obersten Vermögensverwalter der Republik und früher kleiner Buchhalter im Bundessozialamt, steht im Verdacht, die Drehscheibe eines rund 60 Millionen Euro schweren Coups zu sein, der seit vergangener Woche die Kabinette dreier Ministerien, die Spitzen von Rechnungshof, Arbeitsmarktservice und Hypo Alpe-Adria-Bank sowie den Konkursrichter und - nun auch - die Staatsanwaltschaft Wien beschäftigt. 


PROFIL  2. Februar 2009: Systemfehler und SAP als "sicherstes" Budgetverrechnungssystem der Welt 
Das Finanzministerium wusste um die Sicherheitslücke in der staatlichen Buchhaltung. Sie besteht noch immer. (Na klar, Anmerkung der Redaktion) 

Das Computersystem HV-SAP gilt laut Helmut Brandl als eines der sichersten der Welt. Dennoch muss der neue Chef der Bundesbuchhaltungsagentur (Mag. Johanna Moder wurde ohne Begründung vom interimistischen Chef Christian Ihle im Sommer 2008 per Parlamentarischem Beschluss abgelöst) einräumen, dass seine Behörde Opfer eines klaren Kriminalfalls wurde. Doch man wusste um das Problem. Schon vergangenes Jahr beanstandete der Rechnungshof bei einer Prüfung der Bundesbuchhaltungsagentur massive Sicherheitslücken im System. Eine davon behob man sofort, die andere besteht bis heute - und wurde von W. genutzt. Denn trotz Vier-Augen-Prinzip und mehreren Gegencheck-Mechanismen können leitende Mitarbeiter mit dem TAN-Code einer zweiten Person MILLIONEN mittels Telebanking verschieben. Auf Knopfdruck - wie jeder Bürger beim eigenen Bankkonto. Wolfgang W. dürfte das Vertrauen seiner Kollegen ausgenutzt haben, so Brandl, und dadurch in der Lage gewesen sein, Republiksvermögen nach Belieben zu verschieben. So seien auch die 16,5 Millionen Euro abhanden gekommen. 

Dem Rechnungshof versicherte das Finanzministerium - als Chefbehörde der Buchhaltungsagentur - damals, man werde eine "Reorganisation des Zahlungsverkehrs" starten. Dazu kam es bis heute nicht. Ministeriumssprecher Harald Weiglein: "Die Buchhaltungsagentur muss den Ministerien oft schnell Geld zur Verfügung stellen, um die Liquidität sicher zu stellen. Ein hundert Prozent sicheres System gibt es nicht: Menschen in Leitungsfunktion haben immer die Möglichkeit des Missbrauchs." Man versuche das nun zu ändern. Telebanking wurde sofort gestoppt und liegt derzeit auf EIS. 

Ende Zitat PROFIL, 2. Februar 2009

Kommentar: Obiger Profil-Artikel stellt anschaulich unter Beweis, WIE die Bevölkerung in Österreich durch die Medien getäuscht wird. 

TELEBANKING auf Eis - so ein UNSINN

Die Schnittstelle zwischen SAP-Systemen und dem Telebanking der PSK-Bawag-Konten der Republik Österreich ist im Rahmen des Projektes HV-SAP aufwändig programmiert worden. 
Zuständig für den Zahlungsverkehr auf SAP-Systemen war übrigens ein Beamter im Finanzministerium, der in der Nacht zum 11. November 2003 in Wien-Landstraße, Hintere Zollamtsstrasse 4, 6. Stock, Trakt B, Zimmer 603 ums Leben kam. 
Ein Kollege von Wolfgang W. aus dem Bundessozialamt Linz (Sascha S.) und Angestellter im Bundesrechenzentrum übernahm den "Zahlungsverkehr auf SAP" mitsamt Schnittstellen zu Telebanking. Es war also von langer Hand im Bundesrechenzentrum geplant worden, einige Millionen von Österreichs Sozialmillionen für welche Zwecke auch immer "abzuzweigen". 

Bereits im Dezember 2002 erkrankte Hofrat Stefan Csoka - früher Gehirn der Republik  im Finanzministerium - schwer und musste pensioniert werden. 

Interessanterweise ist ausgerechnet im August 2008 der Zimmerkollege und Ministerialrat im BMF Herr Christian I. als interimistischer Leiter der Buchhaltungsagentur bestellt worden. Noch im Februar 2008 war in einem Standard-Artikel die langjährige Leiterin der Buchhaltungsagentur, die als Clusterbuchhaltung der Ministerienbuchhaltung am 1. Januar 2005 in Vollbetrieb ging, als "wichtigste Managerin" der Republik Österreich bezeichnet worden. Sie ist im Sommer 2008 in der Versenkung verschwunden. Eine der letzten Tätigkeiten von Finanzminister Molterer war übrigens die Bestellung von Brandl zum Leiter der Buchhaltungsagentur (November 2008). 

In einer Pressekonferenz Anfang 2009 kritisierte der grüne Abgeordnete Karl ÖLLINGER die dubiose Vergangenheit von Brandl. Öllinger hat aber einen Maulkorb bekommen. Die Aufdeckung dieses Skandals könnte ihm - als Sozialsprecher der GRÜNEN - seine politische Karriere vernichten. 

Es gilt die Unschuldsvermutung?

Sonntag, 1. Februar 2009

Buhag: Beschuldigtenvernehmung 1. Februar 2009 im BM für Inneres, Büro für "interne" Angelegenheiten

Quelle: Profil, 27. April 2009
Einvernahme der beiden Hauptverdächtigen im BUHAG-Skandal:
1. Februar 2009
Ort: BMI, Büro für "interne" Angelegenheiten
1014 WIEN, Herrengasse 7

Betreff: Beschuldigtenvernehmung BUHAG und gefälschte Schuldscheine, AMS-Gelder

DIE EINNAHMEPROTOKOLLE der beiden Hauptverdächtigen: 

Es gab in dieser Größenordnung von 52 Millionen Euro zwei Bestätigungen und über die 16,340 Millionen Euro ca vier Bestätigungen zur gleichen Zeit.

Befragt, ob mir damals bewusst war, dass ich diese Bestätigung nicht ausstellen hätte dürfen, gebe ich an, dass dies der Fall war. Eine solche Bestätigung hätte ich nur im Auftrag des AMS ausstellen dürfen, dieser Auftrag war jedoch nicht gegeben.

Ich habe dann eine Erklärung präsentiert, wobei ich die oben erwähnte irrtümliche Anweisung mit eingemengt habe. Durch Nachforschungen sei festgestellt worden, dass dies der Firma Venetia gehört (eingezahlt von M&P Mühlentaler) wir aber Eur 500.000,-- per Abtretung an den Herrn XXX.

Auf Grund dessen, dass dies ein angeblicher Irrtum der BHAG gewesen sei, sei weder das AMS noch das Wirtschaftsministerium tätig geworden. Diese Erklärung wurde akzeptiert, es gab dann keine weiteren Nachforschungen mehr bei mir.

BMI, Beschuldigtenvernehmung, Quelle: Profil 27. April 2009 
...sei. Ich nutzt das Vertrauen von Frau K. (Beamtin Kittinger, Anmerkung der Redaktion) aus - ein Vorgehen, das ich zutiefst bedaure und erzählte ihr, dass es in Absprache mit der Bundesgeschäftsstelle des AMS einen SUBVENTIONSAKT geben wird in Sachen Venetia, um dieses Unternehmen, das hoch angesehen ist, aufzufangen. Ich unterschrieb Weisungen an Frau Kittinger, dringende Zahlungen durchzuführen.

Wie bereits oben erwähnt wurde mir der Text von Datzer vorgegeben. Demnach bestätigte ich, dass ein Forderungsbestand frei von Rechten Dritter gegenüber dem AMS in Höhe von 16.340.000,-- € bestünde. In diesem Schreiben wurde weiters darauf hingewiesen, dass ein - de facto nicht existenter - AMS-Neuauftrag über weitere 36 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre als Evaluierung der bisher geschulten Personen gegeben sein.

Aussage des Wolfgang W., ehemals Buchhalter im Bundessozialamt, Abteilungsleiter Buchhaltungsagentur, SAP-Experte, Aufsichtsrat Wohnbaugenossenschaft, Spö-Freund aus Jugendtagen von Bundeskanzler und Infrastruktur-Ministerin der Republik Österreich

Kommentar Profil: Laut D. waren Bestätigungen - gefälschte Republiks-Schuldscheine - von fast 170 Millionen im Umlauf (Aussage ganz oben), der Buchhalter erzählt, wie seine Handlungen lange geheim bleiben konnten (die Aussagen darunter). 

Also wie schlau diese Ösis sind - es ist UNFASSBAR (persönlicher Kommentar der Redaktion)!

Warum allerdings das Büro für interne Angelegenheiten im BM für Inneres plötzlich für interne Angelegenheiten der Buchhaltungsagentur, einer ausgegliederten GmbH der Republik Österreich, zuständig ist, ist zu hinterfragen.
Welch perfides Spiel wird im BMI gespielt?



Freitag, 30. Januar 2009

BUHAG:Handschellen für W. und D.

Vereinbarungsgemäß erscheinen in der Wohnung von Wipplinger und im Büro von Datzer Polizisten. Die Wiener Polizisten sind ja bekanntlich sehr freundlich und bestens mit der Unterwelt, aber auch der Oberwelt vertraut.

Zu welcher Welt der 23. Bezirk von Wien gehört, ist ja nicht so klar.

Jedenfalls bietet die Lebensgefährtin unseres hochrangigen Bundesbuchhalters den Polizisten noch einen guten Wiener Meinl-Kaffee an.
Zwei Polizisten trinken den Kaffee schwarz, die zwei anderen wollen eine "Melange".

Man wird sich einig und Herr Wipplinger wechselt freiwillig die Unterkunft. Im Landesgericht für Strafsachen wird er ein schönes Zimmer bekommen.

Seine Anwälte, die zufällig auch die Anwälte von Kassenmagnet und Hypo-Eigentümer Tilo Berlin sind, haben bereits alles vorbereitet. Einige Wochen wird er im "Landl" ein bisschen ausruhen, trainieren, lesen, einfach Sachen machen, zu denen er bis dato nicht wirklich Zeit hatte (weil das Vertuschen so anstrengend war).

Auch Kurti Datzer geht freiwillig mit den lieben PolizistInnen mit. Er kann ja ein bisschen serbo-kroatisch und türkisch. Jetzt, wo er sich das teure Haus und das teure Büro ohnehin nicht mehr leisten kann, ist eine gute Gelegenheit, sich ein bisschen im Landl auszuruhen und bedienen zu lassen.

Die Rechtsanwälte des erfolgreichen Duos Datzer/ Wipplinger haben mit den Staatsanwälten und RichterInnen, die zu ihren besten Freunden zählen, bereits vereinbart, dass die beiden noch im Laufe des Jahres 2009 auf freien Fuß gesetzt werden.
Es geht doch nichts über die österreichische Lösung!

Freitag, 23. Januar 2009

AMS-Chef rettet seine eigene Haut: UNEMPLOYED PEOPLE CRY: WE WANT OUR MONEY BACK

Freitag, 23.Januar 2009

Ein Redakteur des Nachrichtenmagazins PROFIL meldet sich telefonisch beim Chef der österreichischen Arbeitsmarktservice, Herrn Dr. Herbert Buchinger.

Profil werde nächste Woche die ganze Story rund um den Skandal in der Buchhaltungsagentur PUBLIZIEREN! Als Bauernopfer werde man Wipplinger und Datzer hochgehen lassen und verhaften lassen.

Na Prost Mahlzeit.
Buchinger vereinbart noch am selben Tag einen Termin bei seinen Anwälten. Man müsse eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wien übermitteln - und zwar heute noch.
Auf keinen Fall dürfe publik werden, dass er Buchinger schon seit 2005 von dem Skandal weiß.
Profil müsse so geschmiert werden, dass nur für gewisse Leute die Handschellen klicken.

Noch an diesem Freitag ergeht fristgerecht die Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft.
Häuptling "Klares Wasser" gibt per Telefon die Genehmigung, dass Wipplinger und Datzer den Löwen zum Fraße vorgeworfen werden dürfen.

Sachverhaltsdarstellung - Federal accounting (statement of facts)

AMS-CHEF Buchinger und seine Sachverhaltsdarstellung: Das Arbeitsamt (eigentlich Arbeitsmarktservice Österreich) sah sich plötzlich mit mehr als 40 Millionen Euro Schulden konfrontiert - die es nie gemacht hatte!

An die
Staatsanwaltschaft Wien
Landesgerichtsstraße 11
1080 WIEN
Per Telefax Nr. 01/4027911

Wien, 23.1.2009 

SACHVERHALTSDARSTELLUNG 

Betrifft: Verdacht auf Urkundenfälschung und versuchten Betrug

.....einer Aussage zu Folge wurde der Bank der Bestand von Ansprüchen des Instituts VENETIA durch Vorlage von vier Bestätigungen der Bundesbuchhaltungsagentur (genau: Buchhaltungsagentur des Bundes, Dresdner Straße 89, 1200 Wien; Telefon: 01/50506-0) bescheinigt. Eine Bestätigung ist datiert mit 16.Dezember 2008 und bescheinigt einen Anspruch des Instituts VENETIA gegen die Republik ÖSTERREICH in Höhe von 16,3 Mio Euro, fällig bis Ende 2008. Drei weitere Bestätigungen, datiert mit 17. Dezember 2008 bescheinigen Ansprüche in Höhe von jeweils 9 Mio EUR, fällig Ende 2009 bzw. 2010 bzw. 2011...........Ende Zitat Sachverhaltsdarstellung Buchinger an Staatsanwaltschaft Wien 


PROFIL 2. Februar 2009 
Kommentar: In Wahrheit sind die SAP-Systeme bereits seit der Umstellung des Bundes-Rechnungswesens auf SAP manipuliert worden, mindestens seit dem Jahre 2002.  Man suchte und fand in Wolfgang W. und Frau K. aus der Buchhaltungsagentur willkommene Bauernopfer. 
Einer der Drahtzieher, Ing. G. wurde im Sommer 2008 Leiter des SAP-Betriebs im Bundesrechenzentrum und dies obwohl er als Nachrichtentechniker für US-Geheimdienste über keinerlei Ausbildung in Rechnungswesen und SAP verfügte, als er im Jahre 1998 im Bundesrechenzentrum angestellt wurde. Ministerialrat I. aus dem Finanzministerium wurde im Sommer 2008 Leiter der Buchhaltungsagentur. 
Übrigens sagte Finanzminister Molterer zu SPÖ-Kanzler Gusenbauer auch im Sommer 2008: ES REICHT (und rief vorzeitige Neuwahlen aus). 

Gemeint hat er wohl ES REICHT MIT DEM AUFDECKEN von Schandtaten rund um Manipulation der SAP-Budgetsysteme und des SAP-Zahlungsverkehrs der Republik Österreich. 


Dienstag, 13. Januar 2009

Kein Geld aus Tirol - no money from the mountains - no dinero del Tirol

Heute ist Dienstag, der 13. Januar 2009.

Die Frist des Handesgerichtes Wien für Venetia verstreicht, ohne dass Ing. Schuster von der Aktion Umwelt Tirol die Schulden für Venetia bezahlt hätte.

Woher hätte er es auch nehmen sollen? Aus dem Privatvermögen von Wolfgang Wipplinger oder etwa von der WienSüd? Nein, bitte nicht.